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2.9.2010 : 23:48

Univ. Doz. DDr. Karl Klement zum Thema "Individualisierung"

Datum: 01.12.2009

 


Fragen, machen, zusammenarbeiten, sich beurteilen -
Univ. Doz. DDR. Karl Klement zu "Individualisierung"

Wie bringt man Schüler/innen dazu, von sich aus tätig zu sein? Welche Vorteile hat es, wenn Schüler/innen in Teams arbeiten? Kann man ihnen Planung, Ablauf und Schwerpunkt des Lernens selbst überlassen? All diese Fragen beantwortete Karl Klement in einer dreitägigen Veranstaltung vom 19. bis 30. November 2009 an der PH Wien.

"Individualisierung" wurde von vielen Lehrenden und Studierenden bisher höchst unterschiedlich aufgefasst. Für Klement geht es bei Individualisierung um einen selbstgesteuerten und kooperativen Lernprozess.

Lernen als aktiver Prozess, der produktiver verläuft, wenn der oder die Einzelne Gelegenheit hat, Wissen innerhalb eines relevanten Kontexts zu erwerben. Und dieses Lernen verläuft effizienter, wenn die Motivation des / der Lernenden aus sich selbst entsteht, kurz: Interesse vorhanden ist. Werden beim Lernen nun auch noch soziale Fähigkeiten (durch die Arbeit in Teams) geschult, so wird der Unterricht zur Persönlichkeitsentwicklung.

Besonders die ausgewählten Praxisbeispiele weckten bei den Student/innen und Lehrenden der PH Wien großes Interesse und leisteten auch Überzeugungsarbeit. So sprach Klement mit Freude über ein Projekt im Englischunterricht, bei dem die Schüler/innen sich in Teams über mehrere Tage hinweg Wissen zu speziellen Themen (London Sights) aneigneten und vorstellten. Die Schüler suchten sich das nötige Material heraus, recherchierten selbst, erstellten einen Zeitplan und präsentierten ihre Ergebnisse. Die anwesenden beobachtenden Lehrer/innen kamen sich dabei relativ unnötig vor. Nun ja, es waren ja auch die Schüler/innen, die arbeiteten.

Allein, wie soll man die Leistung eines Einzelnen in einer Gruppe richtig beurteilen? Da Klement nicht nur über "Methodische Trägerkriterien" und "Formen offener Unterrichtsgestaltung" sprach, erhielt man beim Schwerpunkt "Alternative Leistungsbeurteilung in heterogenen Lerngruppen" eine Antwort auf diese komplexe Frage. Ziel von Klements Konzept ist es nämlich nicht nur, Schüler/innen zu Selbstmotivation und Selbsttätigkeit zu veranlassen, sondern auch zu einer kritischen und realistischen Beurteilung der eigenen Leistung zu bringen. Klements gedankliche Ausführungen zielen also insgesamt auf eine win-win-Situation ab: sowohl die Lehrer/innen wie auch die Schüler/innen gewinnen dabei.

Was die Teilnehmer/innen der Veranstaltung (geleitet von Dipl.-Päd. Ingrid Smutny) betrifft, hat sich das unterschiedliche Vorwissen als durchaus positiv erwiesen, da es so zu einem regen Austausch an Erfahrungen untereinander gekommen ist. Daher ist es erfreulich, dass eine Fortsetzung der Veranstaltung im Sommersemester 2010 in Zusammenarbeit mit dem Fortbildungsinstitut unter Einbringung der Studierenden bereits gesichert ist:

Termin: Mittwoch, 24. Februar 2010, 09.00 - 17.00 Uhr
Studierende, die Teil 1 schon besucht haben, können um 13.30 Uhr einsteigen!

Prof. MA Gertrude Grabner
Institutsleiterin

Bitte beachten Sie die unten stehenden Links. Die Lektüre dieser Unterlagen führt bestimmt zu positiven Impulsen für Ihren Unterricht.

Individualisierung DDr. Klement - Nov. 2009 (PDF)
Methodisches Werkzeug (PDF)