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Veranstaltung Positionen - Neoliberales Bildungsverständnis

Positionen 13.11. 2017: Prof. Dr. Arnim Bernhard (Universität Duisburg Essen) und Prof.in Dr.in Eva Borst (Universität Mainz)
Neoliberales Bildungsverständnis und kritischer Bildungsbegriff 

Heribert Schopf, Elisabeth Furch, Arnim Bernhard, Eva Borst (v.l.n.r)

Die beiden im Titel angesprochenen Begriffe „Neoliberales Bildungsverständnis“ und „kritischer Bildungsbegriff“ sind Ausdruck einer zweiseitigen Sinnkrise einer Pädagogik, die sich einerseits in neoliberale Machtdiskurse einspannen lässt und andererseits genau gegen diese Inanspruchnahme und Uminterpretation zu Protest geht. Unterstellte man dem Neoliberalismus eine antipädagogische Attitüde, in dem Sinn, dass er der Verwertbarkeit des Menschen mehr Bedeutung zumesse, als einer „proportionierlichen Entfaltung seiner Kräfte zu einem Ganzen“, wie dies noch Humboldt genannt hatte, so wäre zumindest ausweisbar, dass es sich hier um kein genuin pädagogisch zu titulierendes Bildungsverständnis handeln könnte, sondern um eine besondere Zurichtung des Menschen unter ein neues Regime, jetzt eben radikal unter das der Ökonomie. 

Dieser von H.J. Heydorn in den 70er Jahren als „Industriefaschismus“ bezeichnete Angriff auf die Würde und Integrität des sich bildenden Subjekts, passt hinsichtlich seiner Argumentationsfiguren und Machtdispositionen noch besser ins Jetzt, als weithin wahr genommen. Dies ist problemgeschichtlich mit Kant und Hegel, politisch mit Marx und pädagogisch mit dem Ende der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik und dem Aufkommen einer kritischen Pädagogik verbunden. Damit wären wir schon beim „kritischen“ Bildungsbegriff, der wie wir wissen, bei Heydorn bspw. in seiner Bildungstheorie noch nicht kritisch genannt wurde, es unzweifelhaft aber bereits war.  Der von ihm überzeugend beschriebene und genannte Topos ist der vom Widerspruch von Bildung und Herrschaft, aus dem ein Widerstand entsteht. Man müsste also, und wer es machte, beginge keinen Fehler, den Bildungsbegriff nicht eigens kritisch machen, weil im Programm bildungstheoretischen Denkens Gleichheit durch Bildung als Programm angelegt ist und allererst dadurch die Reproduktion und Produktion von Ungleichheit durch Schule und Unterricht erkennbar werden. Damit wird aber auch klarer, dass heutzutage eine einfach gestrickte Links- Rechts Optik nicht mehr zielführend sein dürfte.  Der Begriff der Reform, zunächst in  den 7oer Jahren  des vorigen Jh. von fortschrittlichen, also linken,  Kräften der Gesellschaft in Stellung gebracht, gegen Altes, Verstaubtes, Verhinderndes und Bewahrendes, ist heute dialektisch zu wenden.

Der Ruf nach Reform kommt heute nicht mehr von den Revolutionären und Programmatikern eines neuen Gesellschaftsentwurfs, sondern vom  Leaderboard eines industriellen Establishments, das den Umbau und Veränderungsprozess der Schule, Bildung und Ausbildung nach ihren Vorstellungen gegen alle wissenschaftlichen Einwände zum Trotz machtvoll in Szene setzt und dabei gerade nicht auf pädagogische Argumente hört. Kritische Bildungstheorie wendet sich nun gegen Reformen und Neues und übernimmt im Medium der Kritik Positionen eines bereits erreichten Problemhorizonts. M.a.W: Die Ideologiekritik bildungstheoretischen Denkens hat ihr Fundament jeweils dort, wo auf ihre Einwände und Argumente nicht mehr gehört wird. Dadurch wird sie politisch. Sie ist gewissermaßen, ohne Anmaßung gesagt, die Arbeit von „konservativen Revolutionären“, eine Attribuierung die vielleicht aus heutiger Perspektive vorschnell von H. Blankertz auf Heydorn bezogen war. Angesichts heutiger Zumutungen an Bildung, erweist sich seine damalige Kritik  im Lichte der aktuellen Ereignisse und Fakten vollends als nicht erwartete und nicht gewünschte „self full-filling prophecy“.  Die aktuelle kritische Bildungstheorie fußt u.a. auf diesen inhaltlichen Fundamenten. Es ist daher nicht überraschend, dass sich die Pädagogik in ihrer kritischen bildungstheoretischen Variante von einem bildungstheoretischen Stratosphärendenken, wie dies Heimann noch bezeichnen konnte, abwendet und aufs Neue Anschlussstellen der bislang vorgebrachten Kritik sucht und diese auf aktuelle Zumutungen appliziert. In dieser Tradition einer solchen intensiven Suchbewegung stehen unserer heutigen Gäste A. Bernhard und E. Borst und ihre Themenvorschläge.

Lehrerinnenbildung, die sich den Spielarten der Vernunft, dem kritischen Bewusstsein der Subjekte gegenüber gleichgültig zeigt, die gewissermaßen unkritisch gegen ihre Auftraggeber ist, die Bildung mit einem Angebots-Nutzen-Modell im Rahmen einer verqueren Kundenorientierung auf einem Bildungsmarkt verwechselt, verspielt gewissermaßen diesen Anspruch auf Bildung, in dem Sinn, dass damit auf unbestimmte Zeit Herrschaftsverhältnisse nicht subtilisiert, sondern zementiert werden, was ja der Plan sein dürfte. Auf dem Weg zu einer Ungleichheit für alle gibt es keine Höhlenausgänge mehr oder wie es Heydorn einst formulierte: Der kapitalistische Supermarkt, auf den sich die Bildung hin entwickelt, braucht keine Diener des Geistes, sondern Leute, die die Kasse reparieren können (Heydorn 1972, S. 52).

Die aufgezeichneten Vorträge können unter

https://zli.phwien.ac.at/podcast-neoliberales-bildungsverstaendnis-und-kritischer-bildungsbegriff/

nachgehört werden.

Heribert Schopf

 

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