Fortbildungsangebot SoSe2019

Fort- und Weiterbildung – Sommersemester 2019

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Sprachen verbinden

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Ein Vortrag von Georg Gombos

Globale Agenda 2030

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23. – 24. November 2018

Vienna Calling - MaharaHui 2018

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Lehramt Sekundarstufe Berufsbildung

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Bachelorstudium Elementarbildung:

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Hospitation für Studieninteressierte
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BIST-Überprüfung E8 am 4. April 2019
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Kontakt und Information: bildungsstandards(at)phwien.ac.at

Positionen mit Dr. Dr. h.c. Winfried Böhm – eine Nachlese

Rückblick auf die Veranstaltung POSITIONEN mit Dr. Dr. h.c. Winfried Böhm – eine Nachlese

Was macht einen Lehrer zum pädagogischen Lehrer und eine Lehrerin zu einer pädagogischen Lehrerin?

Im ersten, die Fragestellung exponierenden, Teil wandte sich Winfried Böhm dem Begriff des Lehrers/der Lehrerin im Zusammenhang mit politischen Absichtserklärungen der Politik und dem damit involvierten gesellschaftlichen Auftrag der Schule zu. Mit Bezugnahme auf Klaus Mollenhauer unterschied er dabei zwischen der beruflichen und der pädagogischen Selbstrolle, die Lehrpersonen für sich zu klären hätten. Böhm ging dabei aber nicht darauf ein, dass  Mollenhauer den Begriff der Selbstrolle der Sache nach stets für richtig hielt, den soziologischen Begriff der „Rolle“ aber aus pädagogischen Gründen stets für problematisch hielt. Ganz im Sinne Böhms dürfte aber die von Mollenhauer angestrebte Motivation der Lehrpersonen zur Entwicklung kritischer Abgrenzung gegenüber den aus dem gesellschaftspolitischen Bereich importierten Erwartungen an sie sein. Mit dieser Problemexplikation wandte sich Böhm seinem zweiten Teil zu, was nun unter „pädagogisch“ zu verstehen sein könnte.


Dr. Dr. h.c. Böhm, Dr. Schopf (v.l.n.r)

Er nannte hierzu zunächst zwei Herangehensweisen, wie man sich eine solche kritische und pädagogische Lehrperson denken könne. Zum einen müsse man sich als Lehrperson mit pädagogischen Theorien beschäftigen und zum anderen müsse sie sich mit der Geschichte der Pädagogik befassen, weil in ihr die ganze Erfahrung pädagogischen Denkens vorläge.

Mit einer solchen Herangehensweise komme sie unweigerlich mit den drei aristotelischen menschlichen Grundaktivitäten Theorie, Praxis und Poiesis  in Kontakt. Theorie, auf den Begriff gebracht, hieße schauen und denken. Theorien wären Denkgebäude und Zusammenhänge. Sie müsse gut gebaut sein, in sich stimmig und nachvollziehbar sein. Praxis hieße  hingegen etwas tun, handeln, sie sei ein fortlaufender Prozess, im weitesten Sinn soziales Handeln. Poiesis hieße herstellen, fabrizieren, ein Produkt verfertigen. Im Anschluss stellte Böhm nun die Frage, was Erziehen und Unterrichten  nun eher wären: ein Denken, ein Handeln oder ein Verfertigen, was ihn zur Fragestellung brachte, welche Eigenschaften und konkrete Konstitutionsbedingungen an eine Theorie geknüpft seien, die als eine „pädagogische Theorie“ gelten wollte. Dafür bräuchte es nach Böhm drei Gesichtspunkte, an denen sich eine pädagogische Theorie zu erkennen gäbe. Sie ließen sich mit drei einfachen Fragen prüfen:

  • Wer ist der Mensch?

Die Frage nach der Anthropologie müsse zu Beginn gestellt und geklärt werden. Ginge man dabei von einer naturalistischen Auffassung des Menschen aus, dann landete man bei der Psychologie. Wäre die Annahme diejenige, dass der Mensch ein Produkt der Gesellschaft und ihrer Verhältnisse wäre, dann wäre die Soziologie die Bezugswissenschaft. Konstituiere man aber den Menschen als eigenständige, mündige Person, dann wäre dies die bildungstheoretische Position einer personalistischen Pädagogik und die Bezugswissenschaft wäre die Philosophie. 

  • Was ist das Ziel der päd. Bemühung?

Dies sei die  Frage nach der Teleologie.

  • Wie komme ich zu diesen Zielen, was ist der Weg, der mich dorthin führt?

Dies wäre die Frage nach der Methode. Böhm merkte dabei kritisch an, dass die Methode dabei immer zuletzt, in der Ausbildung von Lehrpersonen aber immer öfter zuerst vorkomme.

Alle Lehrpersonen sollten in ihrem Studium, so Böhm,  sämtliche anthropologischen Zugänge aus der  Geschichte der Pädagogik lesen und studieren, um pädagogisch denken und handeln lernen zu können. Mit drei Klassikern aus der Geschichte der Pädagogik beendete Böhm seinen großartigen Vortrag. Platon, Rousseau und Pico della Mirandola stünden für ihn paradigmatisch für die Erkenntnis, dass pädagogisches Handeln, gefasst als Erziehen und Unterrichten, eng verbunden sei mit der Möglichkeit des Scheiterns, ohne dass deshalb die Bemühung umsonst wäre. Alle drei Autoren stellten, so Böhm,  Ideale des Staates, der Erziehung und des Menschen in Aussicht, mit dem Zugeständnis, dass  dies vorab abzuklärende Zielperspektiven aufmachen würde, an denen sich die  realisierten empirischen Studien selbst messen lassen müssten.  

Heribert Schopf
 

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