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Gute Hirten führen sanft - Prof. Dr. Ulrich Bröckling an der PH Wien

Rückschau der Positionen vom 19. April 2021

Gute Hirten führen sanft“, lautet der Titel des Textes von U. Bröckling, der vorab gelesen werden musste. Mehr als siebzig Hörerinnen und Hörer stellten sich dieser Aufgabe.

Zur Diskussion stehen dabei die Rekonstruktionen des pastoralen Metaphernfeldes für zeitgenössische Formen des Sich-selbst-Regierens. Fragen der Führung des Menschen veranlassen offensichtlich zu dieser Metaphorisierung. Der besonnene Steuermann scheint auch heute noch ein beliebtes Bild für politische Regierungskunst abzugeben. Gründe dafür liegen historisch gesehen im christlichen Denken, das Foucault nachzeichnet und Nietzsche polemisch wendet. Beide Bilder gehen als disparate Vorstellungen in unser Bewusstsein von Führung ein. Die Zugänge von Pastoralmacht (Foucault), Kritik des Herdenmenschen (Nietzsche) und Sicherheitsforschung sind nur im Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Totalisierung begrifflich zusammenzuführen. Auch wenn der Hirte verschwindet oder zu verschwinden droht, scheint er sich, mit Nietzsche gesprochen, in die Köpfe der Schafe zurückgezogen zu haben. Die Zuschreibung des Sich-regieren-Lassens wird dabei zur Bedingung der Möglichkeit tatsächlicher Führung, nun aber einer, die sich als sanfte kontrollierende Führung tarnt. In die Führung des Menschen sind daher Asymmetrien eingebaut, die man nicht hintergehen kann, auch sanfte Führung, als Beratung getarnt, ist Führung. In der angeregten Diskussion hatten alle, die wollten, die Gelegenheit, mit Ulrich Bröckling zu diskutieren.

Das Diskussionsformat hat gezeigt, dass es sich bestens eignet, den Themenkreis der Führung, des Qualitätsmanagements, der Feedbackkultur unter dem Wandel einer Fremd- in die Selbstführung zu bearbeiten. Es hat sich einerseits gezeigt, dass die Selbstdisziplinierung des Subjekts überall dort an ihre Grenze stößt, wo es der Zumutung des Zugriffs gewahr wird. Andererseits aber, so Bröckling, zeigt der gute Hirte Empathie, Vertrauen und Wertschätzung, seine Beratung ist aber, das darf man nicht vergessen, geforderte permanente Selbstmodernisierung der Individuen. M.a.W. die guten Hirten sind „postmoderne Agenten der Normalisierung, die ihren Kund/innen auf sanfte – non direktive – Art das Gift der Entmündigung einträufeln (Ribolits 2007, S. 28). M.a.W.: Der Bildungsbereich ist das Übungsfeld des stetigen Wandels zur Kontrollgesellschaft, in der nicht nur lebenslang gelernt werden soll, sondern in der man sich auch damit abfinden soll, lebenslang geführt zu werden.

Bröcklng, Ulrich (2017): Von Hirten und Herden und dem Gott Pan. In: ders.:  Gute Hirten führen sanft. Berlin: Suhrkamp, S. 15-44.

Ribolits, Erich (2007): Lifelong guidance. In: Christof, Evelyn; Ribolits, Erich; Zuber, Johannes: Führe mich sanft. Schulheft 127. Innsbruck- Wien- Bozen: studienVerlag, S. 18-28.

Heribert Schopf

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