Bericht Literaturmuseum, Poetry Slam

Am 4. April 2017 wurden die Studenten und Studentinnen des Lehrgangs „Deutsch & Kommunikation“ in das Literaturmuseum und zu einem Poetry Slam geführt.

Das erst vor zwei Jahren eröffnete Literaturmuseum ist Teil der Österreichischen Nationalbibliothek und beherbergt auf zwei Etagen und einer dritten Etage mit einer Sonderausstellung Exponate der österreichischen Literaturgeschichte, angefangen mit der Zeit der Aufklärung. Einiges darunter mag kurios anmuten (wie die Waffe, mit der sich Ferdinand von Saar 1906 wegen einer unheilbaren Krankheit erschossen hat), Vieles steht aber in direkter Beziehung zur literarischen Produktion österreichischer Schriftsteller und Schriftstellerinnen wie ein Autograph Franz Kafkas (das einzige Original im Literaturmuseum). Beim Gang durch die literarische Geschichte wird klar, wie viele Einflüsse und Bewegungen es in der österreichischen Literatur gab, wie vielfältig die Sprachwelt Österreichs war und immer noch ist und welche Vielfalt an literarischen Herangehensweisen und Methoden es gibt.

Im Anschluss an das Literaturmuseum, das sich naturgemäß hauptsächlich mit dem Werk Verstorbener beschäftigt, wurde bei einem Poetry Slam im Dschungel Wien die Produktion der jüngsten Generation in die Öffentlichkeit gestellt. Die Vortragenden durften noch nicht 20 Jahre alt sein, maximal 5 Minuten präsentieren und keine Hilfsmittel verwenden. Jeder Autor und jede Autorin hatte zwei Auftritte, zu Beginn der beiden Hälften las bzw. sprach ein sogenanntes „Opferlamm“, ein Autor bzw. Autorin, die nicht am Wettbewerb teilnahm. Lea, Stef, Aron und Anna maßen sich um die Gunst des Publikums, dessen Notenvergabe die alleinige Grundlage für den Sieg war (die niedrigste und höchste Bewertung wurde jeweils gestrichen). Lea war die einzige, die ihre Texte auf Englisch vortrug, den Sieg errang schließlich der junge deutsche Autor Stef mit knappem Vorsprung vor seinem Landsmann Aron ein.

Das Modell eines Wettbewerbs auf literarischer Basis ist unterhaltsam und anregend, die Texte sind speziell für den Vortrag geschrieben und arbeiten stark mit Rhythmisierung der Sprache und Wiederholung, sie stehen dem Rap näher als der Lyrik oder der erzählenden Prosa. Im Grunde ist ein Poetry Slam eine gute Methode, um Jugendliche zur Produktion und zur überzeugenden Präsentation von Texten zu bewegen und könnte sicher auch in der Klasse eingesetzt werden. Das Dschungel Wien bringt immer wieder Poetry Slams für Unter-zwanzig-Jährige und veranstaltet auch Schreibklassen.

Nähere Infos: Dschungel Wien, Poetry Slam.

Fotos und Bericht: Dr. Jürgen Neckam

  • DUK Lehrausgang 01
  • DUK Lehrausgang 02
  • DUK Lehrausgang 03
  • DUK Lehrausgang 04
  • DUK Lehrausgang 05
  • DUK Lehrausgang 07
  • DUK Lehrausgang 08
  • DUK Lehrausgang 09
  • DUK Lehrausgang 10