Lehrausgang Rechenzentrum der Firma „e-shelter“

Im Rahmen der Lehrveranstaltung ‚Nachhaltigkeit und Ökonomie in der IT‘ an der Pädagogischen Hochschule Wien (Institut für Berufsbildung, Fachbereich Information und Kommunikation), fand am 14.05.2019 ein Lehrausgang, koordiniert von Prof. Elisabeth Di Giusto, in ein Rechenzentrum der Firma e-shelter statt.

Organisiert und geleitet wurde der Lehrausgang vom Vortragenden der LVA, Otto Bauer. Nach der Begrüßung und Vorstellung des Unternehmens durch Mag. Alfred Suchentrunk, Country Manager e-shelter Austria, wurden wir anschließend von DI Martin Schmidberger durch die verschiedensten Bereiche des Rechenzentrums geführt.

Das Unternehmen
Gegründet im Jahr 2000 in Frankfurt/Main von Rupprecht Rittweger ist e-shelter ein ‚carrierneutraler‘ Anbieter von Datacenter Services, der seinen Kunden komplette Lösungen für das Housing und Vernetzen von IT- und Netzwerksystemen in einer sicheren, hochverfügbaren Umgebung bereitstellt. Das heißt, Mieter können sich frei für Carrier, Peering- oder Cloudpartner ihrer Wahl entscheiden. Seit 2015 hält NTT Communications Corporation 86,7% der Aktien von e-shelter.

Eröffnet wurde der erste Bauteil in Wien im Juni 2015 mit einer Rechenzentrumsfläche von 2.800m2. Der zweite Bauteil steht kurz vor Fertigstellung und ist bereits voll vermietet. Die Arbeiten für den dritten Bauteil haben bereits begonnen, sodass an diesem Standort eine Gesamtrechenzentrumsfläche von 8.400m2 entsteht.

Mitarbeiter
Heute arbeiten rund 350 Menschen bei e-shelter, davon sieben in Wien – mehr braucht man nicht um den ersten Bauteil zu betreiben. Aus Sicherheitsgründen sind alle Mitarbeiter direkt bei e-Shelter angestellt, d.h. es werden Dienste weder ausgelagert, noch Leiharbeitskräfte in Anspruch genommen. Die Mitarbeiter kommen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten und sie eint der Anspruch, stets gemeinsam nach der bestmöglichen Lösung für die Herausforderungen der Kunden zu suchen. Das eigene Sicherheitspersonal der e-shelter security gewährleistet den Schutz der Rechenzentren und entwickelt Sicherheitskonzepte nach individuellen Anforderungen.

Stromversorgung
Das Datacenter Wien verfügt über eine Stromkapazität von 20 MW. Die Netzversorgung erfolgt auf der 10 kV Mittelspannungsebene über zwei separate Einspeisungen von getrennten Umspannwerken. Die kritische Stromversorgung ist als duale Stromversorgung mit unterbrechungsfreier A- und B-Versorgung ausgeführt. Dieselgeneratoren sorgen im Fall eines Stromausfalls für einen unterbrechungsfreien Betrieb für 48 Stunden in Volllast.

Energieeffizienz
e-shelter setzt modernste Technologien zur Steigerung der Energieeffizienz ein. Dies sind insbesondere optimierte Anlagen der Kälteversorgungstechnik, Doppelbodenmanagement, Freie Kühlung und Kaltgangeinhausungen. Das Rechenzentrum nutzt Strom aus erneuerbaren Energien und die Abwärme wird für die Beheizung benachbarter Gebäude verwendet. Darüber hinaus hat e-shelter für das Gebäude die Green Building Zertifizierung nach dem US-amerikanischen und international anerkanntem Green Building Zertifizierungssystem LEED (Leadership in Environmental Design) in höchster Auszeichnungsstufe, Platinum, bekommen.

Klimatisierung und Lüftung
Steigende Energiekosten und die Anforderungen an die Energieeffizienz der kälte- und klimatechnischen Anlagen – insbesondere, da sie maximal verfügbar sein sollen – lassen die Optimierung dieser Anlagen immer wichtiger werden. Hierfür hat e-shelter neue Systeme zur Einsparung von Energie bei der Kälteversorgungstechnik entwickelt. Die Programmierung dieser Systeme erfolgt aus Gründen der Verfügbarkeit und Optimierung in Eigenleistung.

Brandschutz und Löschanlagen
Baulichen Brandschutz, Brandmelde- und Löschanlagen wurde so ausgelegt, dass sie größtmögliche Sicherheit gewährleisten. Für den Ausbau der Mietflächen werden ausschließlich spezielle, nicht brennbare oder nur schwer entflammbare Materialien verwendet. Die einzelnen RZ-Flächen sind in separate Brandabschnitte unterteilt. Innerhalb jedes Mietbereichs sind zusätzlich umfassende Brandbekämpfungs- und Brandschutzsysteme installiert. Brandfrühesterkennungssysteme (Rauchansaugsystem – RAS), die in eine Brandmeldeanlage eingebunden sind, gewährleisten eine frühestmögliche Detektion schon vor der Entstehung von Brand- und Rauchgasen bzw. Feuer. Die Brandbekämpfung erfolgt durch ein Gaslöschsystem mit Argongas.

Fazit
Ich glaube im Namen aller Teilnehmer sprechen zu dürfen, wenn ich sage, dass wir einen neue Perspektive über die Komplexität und den Aufwand, den es bedarf, um das Fundament der Datensicherheit und Kontinuität - unter Miteinbeziehung der ökologischen Komponenten - zu erzielen, gewonnen haben.

Text: Otto Bauer, Fotos: DI Schmidberger, Otto Bauer, e-shelter.

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