Veranstaltung „Positionen“ am 22. Mai 2017 an der PH Wien

Rückblick „Positionen Schulpraktische Studien in Diskussion“

Mit Univ.-Prof. Bernd Hackl (Graz) und Univ.-Prof. Anke Wegner (Trier)

Anke Wegner, eine Vertreterin der Bildungsgangtheorie und Bildungsgangdidaktik, stellte in ihrem Referat die Bildung des Subjekts in den Mittelpunkt. Über zu definierende Entwicklungsaufgaben werden bildungsbiographische, strukturtheoretische und kompetenztheoretische Ansätze ins Spiel gebracht, um eine mögliche Stagnation von Professionalisierungsprozessen in den Blick zu bekommen. Die Perspektiven für die Lehrerinnenbildung liegen damit klar auf der Hand. Entwicklungsaufgaben, von Wegner als Motor des Lernens bezeichnet, definieren Entwicklungsziele, nehmen Bildung als Prozess auf und leisten damit einen Beitrag zur Synchronisation antinomischer didaktischer Positionen. 

Bernd Hackl ging in seinem Referat der Frage nach, wie die intuitiven Momente des Lernens mit den intentionalen Denkaktivitäten zusammengedacht werden müssen, wenn Wissen und Können aufeinander bezogen werden. Dabei geht er  logisch, phänomenologisch und systematisch der Frage nach, wie implizites und explizites Wissen in Können übergeführt wird. Anders gesagt geht es dabei darum, wie reflektierendes Denken mit dem ausführenden Handeln ins Verhältnis gebracht werden kann. Die Rekonstruktion von Erfahrung als Reflexion führt dazu, das Wissen selber als Aktivität zu denken, die als Urteilsfähigkeit des Verstandes ausgewiesen werden kann. In zahlreichen pointierten Vergleichen und überzeugenden Anschauungsofferten machte Hackl deutlich, dass mehr peripheres Gewahrsein beim Lernen im Spiel ist, als kontingenzreduzierende Unterrichtsmodellvorstellungen uns glauben machen wollen. 

Heribert Schopf


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